Als „Vater“ der manuellen Lymphdrainage gilt der dänische Philologe und Physi­otherapeut Emil Vodder (1896 – 1986), der gemeinsam mit seiner Frau, der Heil­praktikerin Estrid Vodder, in den 1930er Jahren die Grifftechnik entwickelt hatte.

1963 lernte der deutsche Arzt Dr. Johannes Asdonk (1910 – 2003) dieses Verfah­ren kennen und begann die „weiche Massagetechnik“ in seiner Praxis zu Ver­suchszwecken einzusetzen – erste Erfolge motivierten ihn und sein Team, die Forschungen auf diesem Gebiet fortzusetzen.

Vodder gründete 1967 die Vodder-Schule in Walchsee/Tirol, während Asdonk 1969 in Deutschland ein erstes Lehrinstitut errichtete und dann gemeinsam mit seinen Mitar­beitern die Deutsche Gesellschaft für Lymphologie gründete.

Der Forschungsarbeit dieser Personen ist es zu verdanken, dass die Manuelle Lymphdrainage heute eine wirksame Methode zur Behandlung von Ödemen dar­stellt – leider noch immer nicht von allen anerkannt.

Die Manuelle Lymphdrainage (MLD) ist eine Therapieform, mit der das Lymph­gefäßsystem, das parallel zum Blutgefäßsystem besteht und mit diesem in Ver­bindung steht, im ganzen Körper unterstützt und angeregt wird.

Im Unterschied zur Klassischen Massage ist die Grifftechnik eine sehr sanfte, die mit rhythmisch kreisenden, pumpenden Bewegungen und fein dosiertem Druck eine Hautver­schiebung bewirkt. So werden die Lymphgefäße, die unter anderem oberfläch­lich unter der Haut liegen, angeregt.

Man unterscheidet zwischen einer

  • therapeutischen Lymphdrainage im medizinischen Bereich und einer
  • präventiven Lymphdrainage für Wohlbefinden und Gesundheitsvorsorge.

Wirkungsweise der MLD

  • entstauend durch Anregung der Lymphgefäßmotorik
  • beruhigend und stressmindernd
  • entspannend auf übermäßige Spannung der Skelettmuskulatur
  • schmerzlindernd
  • stärkt das Immunsystem
  • unterstützt den Organismus beim Entgiften und Entschlacken während diverser Fastenkuren (Basenfasten, F.X. Mayr-Kur,...)

Anwendung bei

  • Stauungen in den Beinen
  • Venenproblemen
  • Schwellungen nach Operationen und Unfällen
  • Migräne und andere Kopfschmerzen
  • Schwellungen im Gesicht
  • Problemen mit den Nebenhöhlen (chronische Sinusitis)
  • Rheuma und Verspannungen
  • Fasten- und Entschlackungskuren